Aktion Federmappe 2019

Spendenaktion für Schulkinder

 

Am 06.05.2019 startete die diesjährige Spendenaktion Federmappe mit einem Friedensgebet in der Nikolaikirche. Im Rahmen der Aktion werden Materialspenden für den Schulbedarf entgegengenommen. Jeder kann gut erhaltene gebrauchte, aber auch neue Schulmaterialien in der Beratungsstelle in der Ritterstraße abgeben. Die gesammelten Schulmaterialien werden ab Juni an Familien weitergegeben, die den Mitarbeitenden oftmals aus der Beratung bekannt sind und bei denen die finanziellen Mittel für Schulbedarf sehr knapp sind. In Einzelfällen ist es auch möglich individuellen Bedarf der Familien über finanzielle Spenden zu fördern.

Mit der Aktion Federmappe möchte die KEL den solidarischen Gedanken in unserer Gesellschaft stärken und Menschen ansprechen, die bereit sind, andere, die unverschuldet in Not geraten sind, zu unterstützen.

Ab 03. Juni können die Schulmaterialien zu den Öffnungszeiten in der KEL abgeholt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Aktion Federmappe

„Ohne Wohnung bist du ein Nichts“ – Podiumsdiskussion am 06.06.19

„Ohne Wohnung bist du ein Nichts“ – unter diesem Titel veranstaltet der Arbeitskreis Schuldnerberatung Leipzig am 6. Juni 2019 eine Podiumsdiskussion

Wohnen gehört zu unseren gesellschaftlichen Grundwerten. Schon der Zugang auf den Wohnungsmarkt ist jedoch für Überschuldete mit großen Hürden verbunden. Das hat unter anderem mit der regelmäßig vorzulegenden Schufa-Auskunft zu tun – viele Vermieter verweigern bei ungenügender Bonität den Abschluss eines Mietvertrages. „Es darf keine Stigmatisierung aufgrund der Schufa-Auskunft geben“, fordern die Schuldnerberater*innen des Arbeitskreises in Leipzig und verweisen dabei auf das Forderungspapier der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände. Dies stellt das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum in den Mittelpunkt.

Auch werben die Schuldnerberater*innen für mehr Verständnis für Überschuldete. „Betroffene sind häufig mit ihrer Situation überfordert und setzen falsche Schwerpunkte. Teilweise ist der Druck der Gläubiger so groß, dass Ratenzahlungen geleistet werden und dadurch für die Miete kein Geld mehr zur Verfügung bleibt. Auch sind ihnen Beratungsdienste und Hilfsangebote nicht bekannt“, sagen die Schuldnerberaterinnen des Arbeitskreises.

Vielen Geringverdienenden machen zusätzlich die steigenden Mieten Angst. Sie müssen einen immer größer werdenden Anteil des Verdienstes für die Unterkunft ausgeben. „Gerade für Bezieher von Grundsicherungs-leistungen wird es immer schwieriger anerkennungsfähigen Wohnraum zu finden. In der Konsequenz bringen die Betroffenen einen Teil der Miete zusätzlich aus ihrem Regelsatz auf, um nach einer Mieterhöhung in ihrem Wohnraum verbleiben zu können oder überhaupt Zugang zu einer Wohnung zu finden. Das sind sichere Wege in die Überschuldung“, so die Erfahrungen der Schuldnerberater*innen des Arbeitskreises.

Lassen sich Betroffene in ihrer Situation beraten, so eröffnet dies die Chance einer Problemlösung und dauerhaften Stabilisierung. Die Aktions-woche nehmen die Schuldnerberater*innen des Arbeitskreises Leipzig deshalb zum Anlass, die aktuelle Situation mit verschiedenen Netzwerk-partnern in Leipzig zu diskutieren, um bestehende Beratungs- und Handlungsansätze zu überdenken und weiter zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei gelingende Schuldenregulierung einerseits und die Verhinderung von Mietschulden bzw. Wohnraumverlust andererseits.

Zum Arbeitskreis Schuldnerberatung Leipzig gehören der Caritasverband Leipzig e. V., DRK Akademischer Kreisverband Leipzig e. V., Kirchliche Erwerbsloseninitiative, Verbraucherzentrale Sachsen e. V. und Jugendhaus Leipzig e.V.

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung statt, zu der die Wohlfahrts- und Fachverbände vom 3. bis 7. Juni 2019 unter dem Thema ‚Albtraum Miete’ einladen. Im Mittelpunkt steht das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum.

Presseartikel zum Thema Armut

Leipzig feiert 70 Jahre Grundgesetz

„Armut – sowas von UNVERSCHÄMT!“ – Friedensgebet am 06. Mai 2019

Friedensgebet 06.05.19

Friedensgebet 06.05.19

Das Team der KEL gestaltet unter dem Titel „Armut – sowas von UNVERSCHÄMT!“ am 06. Mai 2019 das Friedensgebet in der Nikolaikirche Leipzig.

Beginn: 17 Uhr

Zusätzliche Beratungstermine in der Sozialberatung

Pressemitteilung: Zusätzliche Beratungstermine in der Sozialberatung

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Unterstützung im Zusammenhang mit Hartz IV bietet die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) ab sofort zusätzliche Beratungstermine an. Schwerpunkt bildet hierbei die allgemeine Sozialberatung mit Fragen zu Anträgen und Bescheiden im ALG II. Darüber hinaus bietet die KEL auch weiterhin Termine zur Lebensberatung und Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung an. Die Beratung ist offen für alle und findet in den Räumen der KEL in der Ritterstr. 5 statt.

Umfrageergebnisse zu Sanktionen im Hartz IV

Ergebnisse der Onlineumfrage zur Anhörung beim BVerfG wegen Sanktionen im SGB II

Am 15. Januar 2019 fand vor dem Bundesverfassungsgericht eine Anhörung zum Thema Sanktionen nach dem SGB II statt. Es geht dabei um die Frage, ob Sanktionen  mit der Verfassung vereinbar sind. Tacheles e.V. ist als sogenannter sachverständiger Dritter geladen worden und hat zur Vorbereitung auf die Anhörung  eine Onlineumfrage durchgeführt.

In der Befragung haben sich 21.166 Menschen zu den Folgen und Wirkungen von Sanktionen geäußert. Teilgenommen haben nicht nur Leistungsbezieher*innen, sondern auch viele Menschen aus dem sozialen Bereich, die mit Leistungsbezieher*Innen arbeiten und sie unterstützen, Rechtsanwälte und viele MitarbeiterInnen von Jobcentern haben sich ebenfalls geäußert.

Die Ergebnisse der Umfrage präsentiert Tacheles e.V. auf der Homepage unter www.tacheles-sozialhilfe.de

Pressemitteilung: Sanktionsquote im ALG II auf gleichbleibenden Niveau

Laut aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zum Thema „Sanktionen der Jobcenter“ nahm die Anzahl der Sanktionen gegenüber erwerbsfähigen Leistungsberechtigen in Deutschland ab. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2018 ca. 450.000 Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhangen und somit rund 25.800 weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2017.

Sieht man sich die Zahlen allerdings in Relation zu den ebenfalls sinkenden Zahlen der Leistungsberechtigen an, so errechnet sich eine unveränderte Sanktionsquote von 3,1 %.

Weit mehr als die Hälfte der Sanktionen (77%) werden aufgrund von sogenannten Meldevergehen verhangen, also dem unentschuldigten Fehlen bei Terminen im Jobcenter. In diesen Fällen kann das Jobcenter die Geldleistung um 10% kürzen. Bei wiederholten Meldeversäumnisse kann um jeweils den gleichen Betrag weiter gekürzt werden. Der Anteil der Sanktionen gegen Menschen, die eine angebotene Arbeit verweigern, spielt dagegen in der Sanktionspraxis nur eine untergeordnete Rolle.

Marco Ringeis von der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig sieht die Praxis der Sanktionierung sehr kritisch. „Selbst, wenn man das Instrument der Sanktionen nicht grundsätzlich ablehnen möchte, muss man die Möglichkeit der hundertprozentigen Kürzungen in einem Grundsicherungssystem, als massive Verletzung der Menschenrechte und damit als menschunwürdige Praxis ablehnen“.

Menschen unter 25 Jahren sind von den Sanktionen besonders betroffen, da das Gesetz ein deutlich schärferes Vorgehen einplant als bei älteren Leistungsempfängern. „Diese Sanktionspraxis“, beschreibt Marco Ringeis „führt zur Distanzierung und zu Vertrauensverlusten bei den jungen Leistungsempfängern. Einige brechen den Kontakt zu den Jobcentern gänzlich ab und sind somit auch für qualifizierende Maßnahmen nicht mehr erreichbar“.

Durch Kürzungen, die unter Umständen auch die Kosten der Unterkunft betreffen können, kommt es häufig zu prekären Lebenssituationen, die mitunter in eine neue oder verstärkte Schuldensituation führen können. Wenn Eltern mit minderjährigen Kindern sanktioniert werden, leiden besonders die Jüngsten der Bedarfsgemeinschaft unter den Leistungskürzungen. Daher fordert die Kirchliche Erwerbsloseninitiative die Entscheidungsträger auf, das Hartz-IV-System auf den Prüfstand zu stellen und schnellstmöglich grundlegende Änderungen vorzunehmen.

Zur Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig:
Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) ist eine Einrichtung des Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzigs. Zentrales Anliegen der KEL ist die berufliche und soziale Integration von Erwerbslosigkeit betroffenen oder bedrohten Menschen. Das geschieht unabhängig von Alter, Glaubensrichtung und Weltanschauung. Ratsuchende werden bei der Suche nach Möglichkeiten und Perspektiven, die Arbeitslosigkeit und damit die soziale Isolation zu überwinden, intensiv und individuell betreut.

Für Rückfragen: Marco Ringeis (Geschäftsführer), Tel: 0341. 960 50 45, Email: ke-leipzig@evlks.de