Wir sind für Sie da!

Aktion Federmappe 2020

Spendenaktion für Schulkinder

Auch in diesem Jahr möchte die KEL Familien mit Schulmaterialien unterstützen und startet daher wieder die Spendenaktion „Federmappe“. Im Rahmen der Aktion werden Materialspenden für den Schulbedarf entgegengenommen. Jeder kann gut erhaltene gebrauchte, aber auch neue Schulmaterialien in der Beratungsstelle in der Ritterstraße abgeben. Die gesammelten Schulmaterialien werden  an Familien weitergegeben, die den Mitarbeitenden oftmals aus der Beratung bekannt sind und bei denen die finanziellen Mittel für Schulbedarf sehr knapp sind. In Einzelfällen ist es auch möglich individuellen Bedarf der Familien über finanzielle Spenden zu fördern. Gerne können Sie diese Möglichkeit der gezielten Unterstützung z.B. mit Ihrer Onlinespende fördern.

Mit der Aktion Federmappe möchte die KEL den solidarischen Gedanken in unserer Gesellschaft stärken und Menschen ansprechen, die bereit sind, andere, die unverschuldet in Not geraten sind, zu unterstützen.

Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir alle Spender, die Übergabe der Schulmaterialien telefonisch (0341 960 50 45) oder per E-Mail im Vorfeld mit uns abzusprechen.

Die Spendenausgabe kann dieses Jahr mit Blick auf die Gesundheit allerdings nur eingeschränkt stattfinden, so dass die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können.

Weitere Informationen finden Sie hier: Aktion Federmappe

Held*innen helfen Held*innen: Schutzmasken für die KEL

Munschutz Spende

Nachdem die KEL-Mitarbeiter*innen in den letzten Wochen ausschließlich nur per Telefon beraten konnten, ist es nun wieder möglich notwendige persönliche Beratungstermine in der KEL anzubieten. Um sich und die Klienten dabei gut zu schützen, finden zurzeit alle Gespräche u.a. mit Mundschutz statt.

In dem Zusammenhang konnte KEL-Geschäftsführer Marco Ringeis nun 30 Schutzmasken von der Initiative „Held*innen helfen Held*innen“ übernehmen. Durch Zufall war der Kontakt zu der SPD Näh- und Spendenaktion entstanden. Die Mitarbeiter*innen der KEL freuen sich nicht nur über die schönen Schutzmasken, sondern auch dass die Übergabe so schnell und unkompliziert möglich war.

Für die Initiative Held*innen helfen Held*innen haben in den letzten Wochen fast 40 Ehrenamtliche Helfer*innen mit und ohne Parteimitgliedschaft weit über 1.000 Masken selbst genäht. Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier: https://spd-leipzig.de/leipzigerinnen-naehen-fuer-heldinnen-der-corona-krise/

Vielen Dank an alle Held*innen!

Bildungspaket: Mittagessen nach Hause wird finanziert

Mittagessen nach Hause wird finanziert

Im Rahmen des sogenannten Bildungspaketes wird eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schulen und Kindertageseinrichtungen vollständig finanziert. Aktuell und zunächst bis zum 31. Juli 2020 gilt jedoch: Auch, wenn die Mahlzeit nach Hause geliefert wird, werden die Kosten für das Mittagessen (ohne Lieferkosten, Verpackungskosten, o. ä.)  übernommen.

Voraussetzung ist, dass Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres anspruchsberechtigt auf Leistungen des Bildungspaketes sind. Das sind Berechtigte auf Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt und Asylbewerberleistungen.

Anspruchsberechtige Personen können über www.leipzig.de/mittagessenversorgung-but einen Essensversorger auswählen und die tägliche Versorgung vereinbaren.

Die Auszahlung der Kosten (ohne Lieferkosten, Verpackungskosten) erfolgt im Rahmen der Bildungs- und Teilhabeleistungen nach Eingang der Rechnung direkt an den Anbieter.

Aktion Federmappe gewinnt bundesweite Spendenaktion

Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) gewinnt bei der Weihnachtsspendenaktion der bayrischen Softwarefirma rocom den ersten Preis. Damit fließt eine Spende in Höhe von 500€ an die Aktion Federmappe, mit der die Beratungsstelle sozial schwache Familien mit Schulmaterialien unterstützt. Die gewonnene Spende soll vor allem Kindern zugutekommen, die im nächsten Schuljahr eingeschult werden. „Bei diesen Familien sind die finanziellen Aufwendungen schon vor dem Schulstart besonders hoch, da Ranzen, Zuckertüte und Co. rechtzeitig besorgt werden müssen“, erklärt Marco Ringeis, der Geschäftführer der KEL.

Weitere Informationen zur Aktion Federmappe finden Sie hier …>

Hier geht es zur Seite der rocom Spendenaktion …>

Sanktionen zu großen Teil verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die im Hartz IV verankerten Sanktionen zum großen Teil verfassungswidrig sind. Dies betrifft vor allem Sanktionen in Höhe von mehr als 30% des Regelbedarfs. Die bisher möglichen Abzüge bei Verletzung der Mitwirkungspflicht um 60 oder sogar 100 Prozent seien mit dem Grundgesetz unvereinbar, so urteilte der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts (AZ: 1 BvL 7/16). Zudem müssten Härtefälle stärker berücksichtigt werden können. Unter anderem heißt es in der Urteilsbegründung: „Mitwirkungspflichten dürfen auch in der Praxis nicht zur Bevormundung, Erziehung oder Besserung missbraucht werden.“

Dieses Urteil ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, das vielen betroffenen Menschen ein Stück ihrer Würde, aber auch ein Stück Rechtssicherheit zurückgibt. Dennoch bleibt der Grundwiderspruch zwischen den Kürzungen am Minimum und der Existenzsicherung von armutsgefährdeten Menschen. Die Bundesregierung ist daher gefordert schnellstmöglich die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen. Dabei sollte nicht die Sanktionspraxis angepasst werden, sondern an deren Stelle sollte ein menschenwürdiges System der Förderung und Unterstützung von ALG-II-Berechtigten treten.

Ein Erklärfilm der Diakonie zeigt, warum Sanktionen arbeitslose Menschen sozial isolieren und beruflich schaden.
https://www.youtube.com/watch?v=buh9u0q73a0&feature=youtu.be

Unabhängige Beratung für erwerbslose und prekär beschäftigte Menschen

Wir halten an unabhängiger Beratung für erwerbslose und prekär beschäftigte Menschen fest – Pressemitteilung der Diakonie Sachsen

Trotz guter Konjunktur und niedrigen Arbeitslosenzahlen (113.740, Stand Juni 2019) gibt es in Sachsen weiterhin hohen Bedarf an unabhängiger Beratung bei Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug. Denn von Leistungen des Jobcenters sind in Sachsen insgesamt 284.244 Personen (April 2019) abhängig. Sie leben in sogenannten Bedarfsgemeinschaften (161.552).  Solange das System der Grundsicherung (auch Hartz IV genannt) nicht grundlegend reformiert, oder durch ein anderes System der sozialen Absicherung ersetzt wird, brauchen diese Menschen dringend unabhängige Beratung: Zu komplex und mitunter schwer zu verstehen sind Anträge und Regeln – gerade auch das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft bei der alle im Haushalt lebenden Menschen in die Leistung einberechnet werden ist für viele undurchschaubar. So stieg der Anteil der Rechtsfragen in den Beratungen von 17% im Jahr 2017 auf 26 Prozent im Jahr 2018.

Zudem sind trotz Erwerbstätigkeit viele auf einen ergänzenden ALG-II-Bezug angewiesen – in Sachsen betrifft das rund 53.000 Bedarfsgemeinschaften (März 2019) – sei es, weil die neuen Jobs nicht angemessen entlohnt werden oder die Stundenzahl zu gering ist. „Sie stecken oft in einem Kreislauf von Verdienst, Leistungen durch das Jobcenter, Veränderung des Einkommens und Rückzahlungen fest. Hier geht es dann um Vermittlung, Ratenzahlung und das Aufzeigen von Perspektiven“, weiß Hans-Jürgen Meurer, zuständiger Referent, bei der Diakonie Sachsen. So stiegt der Anteil der „Aufstocker“ mit Beratungsbedarf um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 33 Prozent an.

Bei den Sanktionen bei arbeitslosen erwerbstätigen Leistungsbeziehern liegt Sachsen mit 5,3 Prozent im Bundesvergleich hinter Berlin an zweiter Stelle. Jede Sanktion bedeutet, dass die Bezüge unter das Existenzminimum gekürzt werden – eine Maßnahme, unter der die gesamte Bedarfsgemeinschaft und insbesondere die Kindert leiden. Ob Sanktionen daher überhaupt rechtmäßig sind, klärt zurzeit das Bundesverfassungsgericht.

„Diakonische Erwerbslosenberatung ist unabhängig und nimmt den ganzen Menschen in den Blick: Nicht nur seine wirtschaftliche Situation und seine Probleme mit dem Jobcenter oder Arbeitsagentur können dort angstfrei besprochen werden, sondern auch seine gesundheitliche und familiäre Situation. In vielen Fällen kann sie klären und entspannen, Rechtsansprüche mit durchsetzen, Schlimmeres vermeiden und Wege aus der Krise finden“, ist Meurer überzeugt.

Dass die Anzahl der Beratungen zurückgeht (2017: 914 Fälle mit 2509 Beratungen; 2018: 833 Fälle mit 1984), sagt nichts über den Bedarf, sondern nur, dass die Komplexität der Fälle bei gleichbleibend niedriger Beratungskapazität zugenommen hat. Wie die aktuelle Statistik ausweist, hat sich der Anteil zu Fragen des immer komplexer werdenden Leistungsrechts auf 57 Prozent erhöht.

Seit langem fordert die Diakonie daher eine Förderung der Erwerbslosenberatung durch das Land und einen bedarfsgerechten Ausbau – mindestens eine Beratungsstelle pro Landkreis und kreisfreier Stadt. „Das Leistungsrecht im SGB II wird mit jeder Novellierung komplexer und eine Beratung erfordert hohe Professionalität – und das kostet Geld. Der Verweis, dass die Jobcenter ja selbst auch beraten, ist nicht zielführend, da sich die Klienten dort in einem Abhängigkeitsverhältnis und sogar häufig im Konflikt mit dem Jobcenter befinden. Hier hilft nur unabhängige Beratung weiter, die Existenzängste abbaut, bei der Durchsetzung gesetzlicher Ansprüche unterstützt, aber auch Verständnis für die Arbeit der Jobcenter fördert und Konflikte entschärft.“

Die diakonische Erwerbslosenberatung würde also viel öfter gebraucht, als sie da sein kann. In den letzten Jahren konnten aber nicht einmal die bestehenden Angebote aufrechterhalten werden. Fehlende öffentliche Förderung führte dazu, dass statt ehemals fünf heute nur noch drei dieser Beratungsstellen bestehen. Sie müssen unbedingt erhalten bleiben.

Daher werden die Landeskollekte und Spenden zum diesjährigen Sonntag der Diakonie am 15. September 2019 in diese Arbeit fließen. Die Broschüre mit weiterführenden Informationen finden Sie hier. 

Änderungen beim Bildungs- u. Teilhabepaket (BuT)

Zum 01.08.2019 treten die gesetzlichen Änderungen in Kraft, die das „Starke-Familien-Gesetz“ in Sachen Bildungs- und Teilhabe-Paket (BuT) gebracht hat.

Darin ist nicht nur eine Reihe von inhaltlichen Änderungen enthalten (die wichtigste ist zweifellos die Erhöhung der Pauschale für Schulmaterial von 70 + 30 auf 100 + 50 Euro jährlich). Auch eine wichtige formale Änderung darf nicht übersehen werden: Es ist jetzt nicht mehr zwingend gesetzlich vorgeschrieben, die meisten BuT-Leistungen in Form von Sachleistungen oder Gutscheinen zu erbringen. Im Gegenteil: Es steht den Kommunen und Sozialverwaltungen nunmehr frei, diskriminierungsfreie Geldzahlungen zu erbringen und so vermutlich auch mehr Menschen zu motivieren, Leistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Leistungen müssen auch nicht mehr extra beantragt werden (außer der Nachhilfeunterricht).

Weiterführende Informationen:

Einen schnellen Überblick über die Veränderungen im BuT finden Sie hier: …>

Pressemitteilung zum BuT vom Bündnis AufRecht Bestehen …>

Flyer mit weiteren Informationen für Betroffene …>