KEL fordert wirksamen Pfändungsschutz
Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird: KEL fordert wirksamen Pfändungsschutz
Zur Aktionswoche Schuldnerberatung 2026 macht die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig auf anhaltende Probleme mit Pfändungsschutzkonten aufmerksam. Verschuldete Menschen erleben weiterhin, dass Konten verspätet umgewandelt werden, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt werden oder Guthaben blockiert bleibt. Für Betroffene kann das existenzielle Folgen haben.
Unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ findet vom 15. bis 19. Juni 2026 die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung statt. Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig unterstützt die Forderung nach klaren und verbindlichen Verbesserungen beim Pfändungsschutzkonto.
„Die Frage ‚Wie komme ich an mein Geld?‘ hören wir in der Beratung regelmäßig“, sagt Marco Ringeis, Geschäftsführer der KEL. „Wenn eine Kontopfändung dazu führt, dass Menschen vorübergehend nicht an ihr eigenes Geld kommen, ist das kein Verwaltungsproblem, sondern eine akute Existenzfrage. Dann können Miete, Stromabschläge, Lebensmittel oder Medikamente nicht bezahlt werden.“
Das Pfändungsschutzkonto soll sicherstellen, dass ein gesetzlich geschützter monatlicher Freibetrag trotz Kontopfändung verfügbar bleibt. Für Menschen mit Unterhaltspflichten oder in besonderen Lebenslagen können erhöhte Freibeträge gelten. In der Praxis kommt es jedoch immer wieder zu Verzögerungen, unklaren Zuständigkeiten oder fehlerhaften Umsetzungen durch Kreditinstitute.
„Das P-Konto ist ein wichtiges soziales Schutzinstrument. Es darf aber nicht davon abhängen, ob Betroffene die richtigen Formulare kennen, schnell genug Unterstützung finden oder bei ihrer Bank an geschultes Personal geraten“, so Ringeis. „Der gesetzlich vorgesehene Schutz muss verlässlich, verständlich und ohne unnötige Hürden funktionieren.“
Die bundesweite Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände weist darauf hin, dass es in Deutschland monatlich rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen gibt. Auch aus Sicht der KEL braucht es deshalb klare Standards für Banken, gut erreichbare Ansprechstellen, geschultes Personal und wirksame Konsequenzen bei Rechtsverstößen.
Handlungsbedarf sieht die KEL zudem beim Basiskonto. Dieses soll allen Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu einem Girokonto ermöglichen. „Ein Konto ist heute Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betont Ringeis. „Wer kein funktionierendes Konto hat, gerät schnell in weitere Schwierigkeiten – bei Lohn, Sozialleistungen, Miete oder alltäglichen Zahlungen. Darum müssen Girokonto, Basiskonto und Pfändungsschutzkonto unkompliziert und zuverlässig zugänglich sein.“
Die KEL berät Menschen in Leipzig bei Überschuldung, Kontopfändungen und Fragen zum Pfändungsschutzkonto. Betroffene sollten möglichst frühzeitig Beratung in Anspruch nehmen, wenn eine Kontopfändung droht oder bereits erfolgt ist.
(Beitragsbild KI generiert)

