Aktionswoche Schuldnerberatung 2024 – Pressemitteilung

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Aktionswoche Schuldnerberatung 2024: Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) fordert finanzielle Allgemeinbildung von klein auf

Leipzig, 10. Juni 2024 – Marco Ringeis, Geschäftsführer der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL), fordert eine umfassende finanzielle Allgemeinbildung von klein auf. „In einer konsumorientierten Welt muss der Umgang mit Geld, Handy und Internet gelernt werden“, betont Ringeis. Dies sei entscheidend, um unter anderem der Verschuldungsgefahr durch „Buy Now, Pay Later“-Angebote entgegenzuwirken.

Diese Forderung erhebt Ringeis anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung 2024, die die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom 10. bis 14. Juni organisiert. Die diesjährige Aktionswoche steht unter dem Motto „Buy now – Inkasso später“ und nimmt insbesondere die Risiken von „Buy now, Pay later“-Angeboten in den Blick.
„Viel zu viele, vor allem junge Menschen, unterschätzen das Risiko dieser verlockenden Angebote, jetzt im Internet zu bestellen und später zu bezahlen“, warnt Ringeis. „Die Gefahr, den Überblick zu verlieren und in die Schuldenfalle zu tappen, ist bei diesen Angeboten extrem hoch.“ Für betroffene Haushalte sei es wichtig, sich wieder einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu verschaffen und eine gute Budgetplanung zu erstellen, um der Schuldenfalle zu entkommen. „Das ist kein leichter Weg und stellt auch die Schuldnerberatungsstellen vor große Herausforderungen“, so Ringeis. Deshalb fordert die KEL gemeinsam mit der AG SBV neben finanzieller Allgemeinbildung auch mehr Transparenz bei „Buy Now, Pay Later“-Angeboten.
„Bei der Vielzahl an Finanzierungs- und Zahlungsmöglichkeiten verschwimmen für den Käufer oft die Grenzen zwischen Rechnungskauf und Ratenfinanzierung. Häufig erfolgt die Bezahlung über Drittanbieter, bei denen mit dem Kauf unter Umständen sogar ein Kredit abgeschlossen wird, ohne dass dies im Kaufprozess klar kommuniziert wird“, kritisiert Ringeis. Er fordert, dass Informationen über anfallende Zinsen und Gebühren nicht im Kleingedruckten stehen dürfen, sondern für jeden verständlich unmittelbar vor dem Bezahlvorgang erfolgen müssen. „Hier ist der Gesetzgeber gefordert“, so Ringeis. So könnten viele Menschen vor der Schuldenfalle bewahrt werden.
Sollten sich Menschen durch „Buy Now, Pay Later“-Angebote dennoch verschulden, müssten sie Zugang zu Schuldnerberatung haben. „Das darf nicht von lokalen Regelungen abhängen. Wir fordern daher einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle“, so Ringeis weiter. Zudem müsse es eine dauerhaft institutionell abgesicherte primäre Präventionsarbeit geben, die von Schuldnerberatungsstellen in Trägerschaft der Verbände geleistet werden könne.
Mit dem Programm „Präventionsfuchs“ hat die KEL in den vergangenen zwei Jahren an verschiedenen Leipziger Schulen Workshops zur Schuldenprävention für Jugendliche durchgeführt. Marco Ringeis betont die Wichtigkeit dieses Projektes und hofft, dass es trotz der unklaren Finanzierung auch in Zukunft weitergeführt werden kann. „Vorbeugen ist besser als heilen und bewahrt viele Menschen vor drohender Armut. Dafür ist eine ausreichende Finanzierung für Präventionsangebote notwendig“. Sollte es dennoch zu einer Überschuldung kommen, muss eine gestärkte soziale Schuldnerberatung zur Verfügung stehen. Diese verfolge einen ganzheitlichen Beratungsansatz und helfe überschuldeten Menschen bei ihrer wirtschaftlichen und psychosozialen Stabilisierung, was auch volkswirtschaftlich von Vorteil sei, so der KEL-Geschäftsführer

Hintergrund / Mehr Informationen
Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird von der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungsstellen der Verbände (AG SBV) veranstaltet. Mehr Informationen zur Aktionswoche der AG SBV und zu den Forderungen der Verbände gibt es hier: http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de/